Der dicke Donald

Von einer Sekunde auf die andere wird das Leben von Donald Stellwag radikal verändert, ohne dass er etwas dagegen unternehmen kann. Für einen Banküberfall, den er nie begangen hat, wird Donald Stellwag zu acht Jahren Gefängnis verurteilt. Es ist der wohl spektakulärste Justizirrtum der jüngeren deutschen Geschichte. Kurioserweise liegt in dieser wahnsinnigen Ungerechtigkeit auch eine Chance für Donald.

Schon als Kind im kleinen unterfränkischen Dorf Fuchsstadt gilt Donald Stellwag als totaler Außenseiter. Niemand will etwas mit dem Sohn einer deutschen Bäuerin und eines amerikanischen Soldaten zu tun haben. In seiner wachsenden Isolation beginnt Donald schon in jungen Jahren die Menschen in seinem Dorf zu hassen. Er, der isolierte Einzelgänger, will den anderen beweisen, dass er besser und stärker ist.

Als junger Unternehmer steht Donald auf Grund einer schweren Krankheit kurz vor der Pleite. Er versucht mit Diebstählen von Bildstöcken (Denkmäler der katholischen Kirche, die in Unterfranken häufig an einsamen Waldwegen errichtet sind) den Kollaps noch abzuwenden. Bei einem Verkehrsunfall entdeckt die Polizei jedoch zufällig Diebesgut und Donald bekommt eine exemplarische Strafe aufgebrummt. Man bestiehlt nicht so einfach die katholische Kirche in Bayern.

Nach der verbüßten Haftstrafe arbeitet Donald sich im Rekordtempo zu einem der mächtigsten Drückerbosse Süddeutschlands hoch. Donald ist gnadenlos und ohne Gefühl. Er benutzt und demütigt von ihm abhängige Menschen. Wirkliche Freunde hat er keine.

Als am 13. Dezember 1991 in Nürnberg eine Filiale der Sparkasse überfallen wird, ist Donald weit weg vom Geschehen in einem Hotel in Halle. Nachdem ein Kriminalbeamter ihn jedoch bei Aktenzeichen XY auf einer Überwachungskamera wieder erkannt haben will, wird nach ihm gefahndet. Donald stellt sich daraufhin freiwillig bei der Polizei, um das Missverständnis aufzuklären. Doch das Missverständnis lässt sich nicht aufklären und Donald wird zu acht Jahren Haftstrafe verurteilt. Im Gefängnis denkt er permanent darüber nach, wie er sich eines Tages an den Menschen rächen kann, die ihn ins Gefängnis gebracht haben. Gleichzeitig spürt er aber auch, dass sein innerer Hass ihn langsam auffrisst und zerstört. Und je mehr Donald über sich nachdenkt, um so mehr reift in ihm die Erkenntnis, dass sein bisheriges Leben weitgehend leer und sinnlos war. Die Begegnung mit einem anderen Häftling macht ihm schließlich deutlich, dass er so nicht mehr weiterleben kann. Dabei wird ihm auch langsam klar, dass nicht die Menschen seine ärgsten Feinde sind, sondern er selbst. Von diesem Moment an versucht er täglich, seinen inneren Hass zu besiegen. Ein Kampf mit sich selbst, der Jahre dauert und zudem von ungewissem Ausgang ist.



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